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Jedes Jahr, im Herbst
wenn Vollmond ist, versammeln sich die örtlichen
Korallen zum kräftigen Kinderkriegen. Das ist ein
Festtag für viele Bewohner des Meeres, welche sonst
auf spärliche Diäten setzen müssen um zu überleben,
denn Korallenkinder sind lecker und auch nahrhaft.
So freute sich ein kleiner Kofferfisch ganz doll auf
den nächsten Tag, denn er wußte, die Nahrungskette
würde dieses eine Mal gnädig zu ihm sein.
Damit seine Eltern ihm
auch ja nicht so etwas wie Höhlenarrest geben
konnten, war er abends ganz besonders nett und lieb
zu ihnen und ging sogar ohne Gemosere in sein
Seeanemonenbett. Der kleine Kofferfisch träumte von
endlosen Riffen voller leckerer wirbelloser
Tierchen. Und jede Menge anderer Kofferfischkinder
waren auch da, und sie spielten und sangen „Ich
hab`noch einen Kofer in Hannover...“. So wachte
unser kleiner Freund am nächsten Morgen mit einem
Lächeln im eckigen Gesicht auf und machte sich
daran, den Tag schnell hinter sich zu bringen, denn
das Korallenkinderfeuerwerk war erst für Mitternacht
geplant.
So gegen Elf Uhr hatte
er sich mit einem kleinen Nachbarskofferfischmädchen
verabredet – und er war natürlich dementsprechend
aufgeregt. Als er sie pünktlich abholen kam, schaute
der Nachbarskofferfischvater ihm gründlich in die
großen Augen und sprach: „Das du mir meine Tochter
bloß wohlbehalten wiederbringst mein kleiner Mann!“.
„Mach ich, keine Sorge“, sprach da der kleine
Kofferfisch und nahm das kleine Mädchen bei der
Flosse. „Ich werde sie sauber und wohlgenährt wieder
nach Hause bringen!“.
Sie beschlossen an
einer strategisch günstigen Position zu warten bis
die Nahrungskette anlief, und tatsächlich, punkt
Mitternacht, begann es Unmengen von Korallenkindern
zu regnen und die beiden kleinen Kofferfische
schrien und lachten vor Glück während sie so gut zu
abend aßen wie noch nie zuvor in ihrem kurzen Leben.
So bemerkten sie dann
auch nicht, das sich ein großer Schatten über sie
legte bis eine Stimme sprach: “Siehst du mein Sohn,
ich habe dir doch gesagt, zu Mitternacht gibt es
hier viele leckere Kofferfische!“ Die beiden kleinen
erschraken fürchterlich und schwammen um ihr Leben.
Aber schon nach wenigen Metern hatten der Barrakuda
und sein Sohn sie eingeholt – sie saßen in der
Falle.
Der kleine Kofferfisch
wischte sich eine Träne aus der Augenecke und sagte
zu der kleinen Kofferfischfrau: „Schwimm nach Hause
mein Schatz, ich regele das hier.“ Und die kleine
Frau nickte und sprach, „Schade, wir hätten ein
schönes Paar werden können.“ Dann schwamm sie ruhig
davon. Die Barrakudas zerrten danach einige Zeit am
kleinen ´Kofferfisch herum bis er kaputtging und sie
ihn aufessen konnten. „Na, war das ein Abendessen?“,
sagte der Vater zu seinem Barrakudasohn. „War ganz
OK Papi, aber laß uns morgen lieber wieder Makrelen
essen, schmecken doch besser.“ Und die beiden
Barrakudas schwammen ein Lied summend von dannen.
Als das kleine
Kofferfischmädchen pünktlich nach Hause kam, fragte
ihr Kofferfischvater: „Na mein Kind, wo ist denn
dein kleiner gepanzerter Freund?“. „Ach so, der.
Naja, du weißt ja, die Nahrungskette.“ „Hm, soso, na
dann.“ Und das kleine Kofferfischmädchen ging ins
Bett und träumte von ganz großen, bunten Riffen, mit
vielen leckeren Sachen, und alle ihre Freunde waren
auch da.
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