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Es war einmal ein
Haufen Raben die gründeten eine Kolonie, die alles
an Ausmaßen übertraf was bisher dagewesen war. Sie
bauten sich circa 12 Millionen Nester in den
höchsten Wipfeln der Bäume, alle mit Meerblick, und
waren glücklich, dass sie so ein schönes Heim
gefunden hatten.
Eine Tages kam ein
großer Sturm und warf sich an die Küste. Er riss die
Bäume um und zerschmetterte die Nester, er peitschte
das Meer auf, so, dass es sich bis unter die Wipfel
erhob und er brachte mit sich eine eisige Kälte,
welche den Rest besorgte. Der Sturm war so dermaßen
schrecklich, dass am Ende von den vielen, vielen
Raben nur noch zwölf kleine Kinder übrig blieben -
alle anderen waren fürchterlich zugrunde gegangen.
Und als der böse Alptraum lachend von dannen gezogen
war, stiefelten die kleinen 12 Freunde über das
Schlachtfeld und beweinten ihre Verwandten und
Artgenossen. Alles war zerstört - die Bäume gefällt,
die Nester weggeschwemmt, die Rabeneltern und
Rabengeschwister ertrunken oder verweht. Die 12
Raben beschlossen fort zu gehen, aber den Ort der
Zerstörung niemals zu vergessen.
Tief im Inland
gründeten sie eine neue, kleine, Kolonie, bauten
neue Nester, heirateten sich gegenseitig, machten
frische Rabenkinder und wurden langsam wieder
glücklich. Aber sie vergaßen nie.
Viele Jahre später,
die Kinder der Kinder der Raben die damals
geflüchtet waren, waren schon alt und grau, kam eine
kleine Brise vorbeigeweht und streichelte die weisen
Rabengesichter. „Hinfort, du böser Wind“, riefen die
Raben und scheuchten die leichte Brise umher,
„Verschwinde von hier du Mörder!“. „Aber was ist
denn?“, sagte der kleine Wind, „ich hab doch gar
nichts gemacht! Ich bin doch grade erst
entstanden!“. Da merkten die Raben das der Wind noch
sehr klein war und baten ihn sich zu ihnen zu
setzen. Und sie erzählten die Geschichte ihrer
Vorfahren, wie der Wind sie alle tötete und ihre
Heimat zerstörte. Der kleine Wind wurde sehr, sehr
traurig und weinte viele Tage lang. Schließlich
setzte er sich auf und sprach: „Ich schäme mich sehr
Wind zu sein, und werde mich ewig schämen. Alle
meine Kinder und jeder Wind soll zu allen Zeiten
wissen was damals geschah und alle sollen sie ewig
den Kopf in Trauer und mit der Bitte um Vergebung
senken wenn sie einem Raben begegnen. Für alle
Zeiten sollen wir Winde die Diener der schwarzen
Vögel sein, denn was geschehen ist kann nie vergeben
oder gesühnt werden. Und der Wind der vergißt soll
verdammt sein.“ So sagte der kleine Wind und die
Raben wischten sich eine Träne aus dem Auge. Denn
sie dachten an die vielen Verwandten die damals
starben und daran das der Wind nun verstand was er
vor langer Zeit getan hatte.
So kommt es das
seitdem der Wind den Vögeln dient und sie trägt
wohin und so weit sie wollen, ohne
Entfernungspauschale oder Bahncard.
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