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Diese Geschichte ist
wahr, das schwöre ich bei meiner rechten, kleinen
Kralle. Sie muß sich irgendwann im 12. Fledermaus
oder Rabenjahrhundert zugetragen haben, kurz vor der
Besiedelung des zweiten Planeten von links. Zu
dieser Zeit lebte hier ein Rabe, der sehr viel zu
tun hatte. Tagsüber mußte er sein Rabenleben leben,
Nest bauen hier, krähen da und nachts, nachts
übernahm er noch eine Fledermausschicht. So konnte
er nie schlafen gehen sondern hatte immer zu
arbeiten. Mit den Jahren wurde der Fledermausrabe
immer müder und trauriger denn die 2 Leben
belasteten ihn sehr. Nicht daß er das besonders
gemerkt hätte, die Zeit die ihm dazu geblieben wäre
über sein Mißgeschick nachzudenken mußte er ja
Mücken sammeln, rumhängen, in Bäumen sitzen oder
meckern. Aber tief drinnen im Gehirn machten sich
Verschleißerscheinungen bemerkbar. Freunde hatte er
auch nicht weil er zur wichtigsten Zeit des Tages ja
immer nicht da war und so hatte die Rabenfledermaus
eigentlich gar kein Leben, außer den zwei halben.
Wenn er seinen
Kollegen von der Rabenarbeit oder seinen Rabeneltern
erklären wollte was er nachts so trieb, erntete er
nichts als Hohn und Spott. "Hä? Fleder - was? Nachts
gibt es doch garnichts. Warum sollte denn dann sonst
das Licht ausgehen, hm? Nimm dir einen Rabenkeks und
such dir lieber eine nette Frau anstatt uns immer so
absurde Märchen zu erzählen". "Aber", sagte der Rabe
dann, "was ich erzähle ist doch wahr!". Niemand
glaubte ihm je. Schön blöd. Doch weil Raben wirklich
glauben nachts wäre nichts, war die Reaktion seiner
Artgenossen auch wiederum verständlich. Ameisenbären
beharren schließlich auch darauf daß sie nicht viel
lieber Schokolade äßen. Und des nachts stehen sie
dann auf und können nicht genug davon kriegen.
Wenn er unter
Fledermäusen war, verhielt es sich nicht großartig
anders. Fledermäuse sind nämlich nicht nur der
Ansicht es gäbe keine Sonne,
nein, sie wissen nicht
einmal was Licht ist. Und erklär das mal jemandem,
was Licht ist. Vor allem wenn du Rabe bist.
Also, den Fledermäusen
etwas zu beweisen war sowieso eher schwierig. Denn
sie sind außerdem noch sehr religiös. Eine kleine zu
nehmen und in die Sonne zu werfen wäre in etwa so
wie einen Raben ins Meer zu werfen und ihn zum Atmen
zu animieren. Es würde fürchterlich in die Hose
gehen.
Eines abends, in der
Dämmerung, es waren etwa noch 2 Sekunden bis der
Rabe den Fledermausdienst antreten mußte, schaltete
sich ein Implantat in seinem Gehirn auf grün und er
flog hinauf zu den Sternen. Er flog so hoch das er
beinahe mit dem Mond zusammen gestoßen wäre, aber er
vermied es und landete stattdessen auf seiner
Oberfläche. Vor ihm stand ein großer, bärtiger Mann.
Der Rabe erschrak. "Bis du etwa der Mann im Mond?"
fragte er. "Halt die Fresse!" antwortete genervt der
komische Kauz. "Zum einhundertsten Mal, den `Mann im
Mond` gibt es nicht! Alle nennen mich so.... Mann im
Mond hier Mann im Mond dort.... wie es nervt! Also,
nochmal zum mitschreiben: Ich komme vom Saturn. Ich
wohne nicht mal hier! Ich bin hier nur in Vertretung
für den der hier eigentlich arbeitet - und Nein, der
kommt auch nicht vom Mond , der kommt von der Vega.
Kannst du das bitte mal den anderen sagen, wenn ihr
hier fertig seit und wieder unten ankommt?" "Ihr?",
sagte da verdutzt der kleine Rabe, "wieso ihr? Ich
bin doch nur einer. Und womit fertig". Der Rabe war
jetzt völlig runter mit den Nerven und hechelte.
"Der Chef bittet um
Entschuldigung, kleiner Fehler". War alles was der
Mann noch sagte, dann verschwand er. Und der Rabe
war nicht mehr allein, jemand stand neben ihm.
"Hallo, wer bist denn du?" fragte er. "Hallo mein
Rabe. Ich bin deine Fledermaus." "Oh, gut dann wäre
das ja geregelt." Und die beiden flogen gemeinsam
wieder zur Erde zurück.
Endlich, fanden beide,
mußten sie nicht mehr Doppelschichten fahren und
hatten Freizeit. Und sie waren Revulutionäre, denn
Freunde und trafen
sich immer in der
Dämmerung. Wenn die Sonne aufging frühstückten sie
zusammen und lachten, und erzählten sich Geschichten
von früher. Und wenn die Sonne zu Bett fuhr, gingen
sie ins Kino oder machten sich einen gemütlichen
Abend. So eine Freundschaft hatte die Welt noch nie
gesehen und sie mußte heftig schlucken ob soviel
Glück.
Ende. |
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