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Schon seit einiger
Zeit ist es eine unumstößliche Tatsache, daß die
Welt von Norden nach Süden bunter wird. Wenige
wissen, was für kontroverse Diskussionen diese
gemeine Ungerechtigkeit schon in der Tier- und vor
allem in der Unterwasserwelt ausgelöst hat. Es kommt
nicht von ungefähr daß Karpfen, Hechte und
Kampfhunde oft dermaßen schlechtgelaunt sind, und
daß auch bei Andreas Möller die Mundwinkel beim
Lachen nach unten gehen. Wenn also nun, sagen wir,
eine (vielleicht verwitwete) Dohle einem
Papageifisch begegnet, ist Ärger vorprogrammiert.
Aufgrund der hermetisch abgeriegelten Datumsgrenzen
kommt kommt das natürlich fast nie vor, denn
bekanntlich haben Dohlen und bunte Fische selten
frei und wenn doch, dann niemals zur gleichen Zeit.
Aber wie so oft in Tierkreisen, gibt es auch hier
einen Spezialfall; denn eines Morgens beschloß eine
schlechtgelaunte Dohle, den Sechs-Uhr-Zug zum
südchinesischen Meer zu nehmen um dort ihre
Witwenrente auf den Kopf zu hauen. Die Dohle, deren
Name Gaddafi war, saß also schon bald zur völlig
falschen Zeit am völlig unerwarteten Ort, nämlich am
Strand unter Palmen; Sie trank Beobier, weil Dohlen,
wie schon gesagt, selten in die Südsee kommen,
weshalb man weder Dohlenbier (obwohl die Dosen klein
sind) noch z.B. Karpfenkekse hierher importiert.
Nach und nach besserte sich Gaddafi`s Laune, die
Sonne schien auf sein schwarzes Haupt und das Meer
umspülte seine grauen Füsse.
Die Dohle ließ es sich
gutgehen und blieb einfach sitzen, den ganzen Tag
und die ganze Nacht und den ganzen nächsten Tag.
Dann plötzlich bemerkte sie jedoch daß ihren rechten
Fuß ein geschmackloser bunter Schuh schmückte. Hey,
dachte Gaddafi, ich hab doch gar kein,- "Hey, was
soll das!.." ... "Hhllll", sagte der Schuh. "Bitte?,
was!?", schimpfte die Dohle los- "was machst du an
meinem Fuß du alberner Schuh!" Der Schuh nahm
Gaddafi`s Kralle aus dem Mund. "Ich bin kein Schuh,
ich bin ein Fisch du dumme Sau. Und zwar ein
Papageienfisch, und ich wollte dich essen."
Wir sehen also, daß
diese äußerst unwahrscheinliche Begegnung zwischen
dem schwarzen Vogel und dem bunten Fisch auch noch
extrem schlecht startete. Nach vielen Wochen und
Monaten des Streitgesprächs und der Schlägereien,
Kriege und Rebellionen saßen Gaddafi und der
Papageienfisch, dessen Name Frank war, zusammen am
Strand und stellten erschöpft fest, daß sie die
meisten Mißverständnisse nun ausgeräumt hatten.
Einen Fuß ins Wasser
zu halten bedeutet im Papageienfischland nämlich in
etwa so was, wie im Deutschland-Block die Holland
Fahne rauszuholen, wobei für Dohlen das Essen von
Füssen ein Akt intimster sexueller Zuwendung ist,
wogegen Beschimpfungen bei bunten Fischen wiederum
recht normal und eher Ausdruck von Respekt sind.
Nachdem das also alles geklärt war, legte Gaddafi
Frank den Flügel auf die Schulter und sagte, "Ich
hätte ja nie gedacht daß ich mich nochmal mit
jemandem buntes anfreunden würde der bunt ist, du
alte Arschsau!" Woraufhin Frank Gaddafi nochmal so
richtig eine reinhaute; denn soweit ging die
Völkerverständigung dann doch nicht.
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