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Wir befinden in uns in
einer fernen Zukunft. Unendliche Wassermassen
umschließen den Erdball und bieten einer
einzigartigen Vielfalt von Meereslebewesen Raum für
eine ungewohnte Zivilisation. Dies sind die
Abenteuer zweier kleiner Stachelrochen, deren
Versuch in neue Dimensionen der Existenz
vorzudringen.
Wir schreiben das Jahr
2358. Die Menschheit ist längst unbemerkt gegangen
und hat Platz gemacht für neuen Blödsinn. Kaum waren
sie nämlich ausgestorben, brachen die Tiere ihr
Schweigegelübde und begannen sich wieder zu
unterhalten. Viele Rätsel wurden deshalb natürlich
sofort gelöst, wie beispielsweise daß Gürteltiere
die besten Witze kennen, viele Amseln Abitur haben,
Tauben aber nur Hauptschulabschlüsse und daß die
meisten Tiere ihren Gott persönlich kennen, wenn
nicht gar schon mal mit ihm im Urlaub waren.
Aufgrund einer
komplexen Liebesgeschichte zwischen einem Rochen und
einem Nagel vor vielen Jahren, ist die schönste,
stärkste und intelligenteste Spezies dieser jungen,
neuen Welt, der Stachelrochen geworden.
Stachelrochen sind dunkelblau und tragen gerne
selbstgestrickte Wollmützen, aber vor allem sind sie
selten. So selten, daß sie in manchen Teilen der
Wasserwelt sich gar den Status einer Legende
verdient haben. In einem Winkel rechts vom Äquator
jedoch wohnten zwei verspielte, lustige, kleine
Exemplare dieser Art, ihre Namen waren 1von2 und
2von2 was einerseits auf ihre Seltenheit, sowie
darauf schließen ließ, daß sie Geschwister waren.
Heute wollten sich die
beiden Geschwisterrochen auf die Suche nach dem
verlorenen Gral machen. So gingen sie zu ihrem
Freund dem Großen Tümmler um sich sein Sonargerät
auszuleihen. Natürlich konnten sie ihm nicht
verraten was sie wirklich damit vorhatten – kein
Delphin würde seine Ausrüstung jemals für mythische
Unterfangen hergeben sondern allenfalls um kleine
Grundeln und ihre Knallkrebsfreunde aus dem Sand zu
locken. Aber 1von2 konnte glaubhaft versichern, daß
eben so ein Knallkrebsfreund vor kurzem verschollen
sei und nun müsse man ihn suchen gehen. Naja.
Jedenfalls bekamen die beiden Rochen ihr Sonar und
machten sich auf den Weg.
Die beiden schwammen
zum stillen Ozean um etwas Ruhe bei der Suche zu
haben und warfen ihr Gerät an. Schon bald hatten sie
viele Sachen gefunden. Leider war nichts besonderes
dabei. Ein Teppichhai, der ihnen einen viel zu
teuren Läufer verkaufen wollte, eine Tigermuräne mit
schrecklichem Mundgeruch und einen Tiefenmesser den
wohl irgendeine Taucherin verloren hatte. Aber nicht
die Spur eines Grals. Die beiden kleinen
Stachelrochen waren jetzt wirklich müde und
kuschelten sich in den warmen Meeresgrund. Doch
plötzlich vernahmen sie in der Ferne ein leises
Schluchzen. Die beiden Geschwister glitten langsam
in die Richtung aus der das Geheule kam. Und siehe
da, unter einer kleinen Alge saß ein Aalkind und
weinte. „Was hast du denn du kleiner Aal?“ fragten
da die beiden Rochen. „Ich will nach Hause zu meiner
Mami!“, weinte der kleine Aal. Die beiden Rochen
sahen sich an. Und nahmen den Aal bei der Hand und
brachten ihn nach Hause. Dort angekommen rief die
Aalmutter erfreut: „Ach, was bin ich glücklich, da
ist ja mein kleiner verlorener Aal.“ Die Aaleltern
waren den beiden Stachelrochen sehr dankbar und
versprachen ab jetzt besser auf ihren Aal
aufzupassen. Und die kleinen Geschwister hatten zwar
nicht den verlorenen Gral wiedergefunden, dafür aber
den verlorenen Aal. Das war doch wahrlich auch nicht
schlecht, fanden sie. Außerdem konnten sie ihrem
Delphinfreund so ohne schlechtes Gewissen sein
inzwischen sehr vermisstes Sonargerät zurückgeben.
Delphine ohne Sonar schwimmen nämlich immer
hochkant.
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